Für Eltern & Erziehungsberechtigte

Wir wissen, wie schwierig und belastend es für Eltern und Familien sein kann, wenn das eigene Kind leidet. In unserer Praxis erhalten Sie und Ihr Kind eine erste Einschätzung, notwendige Diagnostik und eine individuell abgestimmte Therapie.

Nehmen Sie Kontakt auf, wenn Sie sich längerfristig Sorgen um das Verhalten, die Stimmung oder die Entwicklung Ihres Kindes machen und Sie dazu Hilfe benötigen. Wir helfen durch Sprechstunden, Akuttherapie (kurzfristige Unterstützung in einer Krisensituation bei schweren und akuten Belastungen), Kurzzeit- und Langzeittherapie in Einzel- oder Gruppensitzungen.

Sind Sie gesetzlich versichert (beispielsweise TK, Barmer oder AOK) werden die entstehenden Kosten in der Regel übernommen. Sollten Sie anderweitig versichert sein und nicht selbst zahlen möchten, müssen Sie die Kostenübernahme mit Ihrem Kostenträger klären – dabei sind wir behilflich.

Unsere Leistungen

Wobei wir helfen können

Wir bieten professionelle Unterstützung und Therapie für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 21 Jahren bei einem breiten Spektrum psychischer und emotionaler Herausforderungen.

  • In diesem Bereich unterstützen wir Kinder, denen es schwerfällt, ihren Alltag zu strukturieren oder ihre Impulse zu kontrollieren.

    • ADS/ADHS & Konzentration: Unterstützung bei Aufmerksamkeitsstörungen, motorischer Unruhe und Problemen bei der Selbstorganisation.
    • Herausforderndes Verhalten: Hilfe bei aggressivem oder oppositionellem Verhalten, massiven Konflikten in der Schule oder im sozialen Umfeld .
    • Emotionsregulation: Begleitung bei geringer Frustrationstoleranz und Schwierigkeiten mit der Kontrolle von Wut und Ärger.
    • Autismus-Spektrum: Begleitung bei Besonderheiten in der sozialen Interaktion und Kommunikation.
  • Emotionale Krisen zeigen sich bei Kindern und Jugendlichen oft anders als bei Erwachsenen. Wir helfen dabei, diese Gefühle einzuordnen.

    • Depressive Verstimmungen: Hilfe bei anhaltender Niedergeschlagenheit, Rückzug oder Antriebslosigkeit.
    • Ängste & Phobien: Unterstützung bei Schulangst, sozialen Ängsten, Trennungsängsten oder Sorgen.
    • Zwänge & Tics: Begleitung bei sich wiederholenden Gedanken oder Handlungen, die den Alltag und die Familie belasten.

  • Manchmal verändern äußere Umstände alles. Wir helfen Ihrem Kind, Erlebtes zu verarbeiten.

    • Anpassungsprozesse: Unterstützung nach einschneidenden Erlebnissen wie der Trennung oder Scheidung der Eltern, Umzügen oder Krisen während der Pubertät.
    • Traumatherapie: Spezialisierte Hilfe bei posttraumatischen Belastungsstörungen nach schwerwiegenden Erfahrungen.
    • Selbstverletzendes Verhalten: Sensible Begleitung bei selbstschädigenden Impulsen (z. B. Ritzen).
    • Schlafstörungen: Hilfe bei massiven Ein- und Durchschlafproblemen, die die familiäre Belastungsgrenze überschreiten.
  • “Die Niemetzbande” – Soziales Kompetenztraining für Grundschulkinder

    Der Alltag fordert Ihren Kindern viel ab: Sie müssen sich in Gruppen behaupten, Regeln einhalten und mit großen Gefühlen wie Wut oder Enttäuschung umgehen. Wir stärken die „sozialen Muskeln“ Ihres Kindes. Unser Ziel ist es, hilfreiche Verhaltensweisen aufzubauen, damit Ihr Kind im Kontakt mit anderen sicherer und entspannter wird. Gleichzeitig arbeiten wir daran, schwierige Verhaltensmuster – wie zum Beispiel heftige Wutausbrüche oder den Rückzug bei Konflikten – schrittweise abzubauen.

    Gruppenformat: 24 Termine à 100 Minuten mit 6-8 Kindern, zuzüglich 6 Elterntermine

    Altersgruppe: ca. 8 – 12 Jahre

Therapieablauf

Von der Anfrage bis zur Behandlung

Als erstes: Sprechstunden (maximal 5x)

Die Sprechstunden dienen der ersten diagnostischen Abklärung und Beratung, um festzustellen, ob möglicherweise eine psychische Erkrankung vorliegt, ob und welche spezifischen therapeutischen Maßnahmen notwendig sind.

Probatorik (maximal 6x)

Die probatorischen Sitzungen dienen dem gegenseitigen Kennenlernen sowie der Diagnostik, um die Passung zwischen Patient:innen und dem therapeutischen Verfahren zu prüfen. Es wird geklärt, ob eine tragfähige Therapiebeziehung aufgebaut werden kann und welche individuellen Behandlungsziele verfolgt werden sollen. Diese Phase ist die Voraussetzung für die anschließende Beantragung einer Kurz- oder Langzeittherapie bei der Krankenkasse.

Biografische Anamnese (maximal 1x)

In der biografischen Anamnese werden die lebensgeschichtliche Entwicklung sowie wichtige prägende Ereignisse des Kindes oder Jugendlichen detailliert erfasst, um die Hintergründe der aktuellen Symptomatik besser zu verstehen. Neben der individuellen Entwicklung werden auch familiäre Einflüsse, soziale Beziehungen und schulische Erfahrungen beleuchtet, wodurch ein ganzheitliches Bild der Persönlichkeit entsteht.

Erstellung eines individuellen Behandlungsplanes

In einem individuellen Behandlungsplan werden die Behandlungsziele und die dafür notwendigen methodischen Schritte zugeschnitten. Er dient als strukturierter Leitfaden, der den therapeutischen Prozess transparent macht und regelmäßig an die aktuellen Fortschritte sowie die familiäre Situation angepasst wird.

Beantragung und Durchführung der Therapie

Nach der Probatorik erfolgt die Beantragung der Therapie bei der Krankenkasse, wobei im Vorfeld festgelegt wird, ob eine Kurz- oder Langzeitbehandlung für die aktuelle Situation am besten geeignet ist. Sobald die Bewilligung vorliegt, beginnt die eigentliche Durchführung, in der in regelmäßigen Sitzungen an den vereinbarten Zielen gearbeitet wird.

Eine Kurzzeittherapie umfasst maximal 24 Termine plus 6 Termine für die Bezugspersonen. Eine Umwandlung zu einer Langzeittherapie ist möglich.

Langzeittherapie umfasst 60 Termine plus 15 Termine für Bezugspersonen. Eine Verlängerung auf 80 Termine und 20 für Bezugspersonen ist möglich.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist eine Verhaltenstherapie und wie funktioniert die Therapie?

    Verhaltenstherapie ist eine Behandlung, bei der wir genau anschauen, wie Gedanken, Gefühle und Verhalten zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen.

    Kurz gesagt: Es geht darum, dass Sie und Ihr Kind neue, hilfreiche Strategien lernen, um besser mit schwierigen Situationen oder Problemen zurechtzukommen.

    Dabei schauen wir gemeinsam an:
    Was macht Ihrem Kind oder Ihnen gerade zu schaffen? (Zum Beispiel starke Ängste, Traurigkeit oder Wut)
    Was hält das Problem am Laufen? (Oft sind das Vermeidungsverhalten, unbewusste Gewohnheiten oder hartnäckige, negative Denkmuster)
    In der Therapie wird dann ganz konkret und Schritt für Schritt geübt, wie alte, weniger hilfreiche Gewohnheiten (egal ob im Verhalten oder in deinen Gedanken) durch neue, bessere ersetzt werden können. Am Anfang ist es meist etwas mühsam, aber mit gezieltem Üben wird es einfacher und Ihr Kind wird dann die ersten positiven Veränderungen spüren. Das Ziel ist, dass Ihr Kind und Sie Experten sind und wissen, wie Sie Probleme besser in den Griff bekommen.

    Hilft Verhaltenstherapie bei “schlechtem” Verhaltem?

    Ja. Wir sprechen allerdings eher von “problematischem” Verhalten, da dieses oft eine (unbewusste) Funktion für das Kind erfüllt. In der Therapie analysieren wir die Ursachen und üben gemeinsam neue Wege ein, mit beispielsweise Frust oder Konflikten umzugehen. Ziel ist eine bessere Selbststeuerung Ihres Kindes.

    Wir schauen aber nicht nur auf das Kind, sondern auch darauf, wie Sie als Eltern im Alltag unterstützen können, ohne sich dabei selbst zu verausgaben.

    Haben wir alles falsch gemacht? Sind wir Schuld an den Problemen meines Kindes?

    Es ist völlig normal, dass Sie sich als Eltern diese Frage stellen. Psychische Probleme bei Kindern entstehen jedoch in der Regel durch ein komplexes Zusammenspiel vieler Faktoren (Genetik, Umfeld, Erlebnisse). In der Therapie geht es nicht darum, einen Schuldigen zu finden, sondern darum, die aktuelle Situation zu verstehen und gemeinsam Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.

    Sie sind nicht Angeklagte, sondern die wichtigsten Partner für den therapeutischen Erfolg Ihres Kindes.

    Werden wir als Eltern viel kritisiert?

    Sie sind die Experten für Ihr Kind. Wir schauen in der Therapie in der Regel nicht auf mögliche Fehler der Vergangenheit, sondern darauf, wie Sie Ihr Kind im Alltag besser unterstützen können.

    Die Therapie bietet auch für Sie einen geschützten Raum, um über eigene Überlastung oder Sorgen zu sprechen, ohne beschuldigt oder bewertet zu werden.

    Wie läuft der erste Termin ab?

    Wir klären gemeinsam den Anlass der Vorstellung: Was genau ist schwierig, seit wann besteht das Problem und was wurde bisher versucht? Ein Teil der Stunde findet alleine mit Ihrem Kind statt, damit es Vertrauen aufbauen kann und sich als aktiver Partner im Prozess versteht.

    Welche Unterlagen muss ich zum ersten Termin mitbringen?

    Bitte bringen Sie eine Versichertenkarte mit. Außerdem wenn vorhanden Vorbefunde in Kopie.

    Kann ich mein Kind auch ohne den anderen sorgeberechtigten Elternteil eine Therapie beginnen?

    Nein. Bei gemeinsamem Sorgerecht ist die Zustimmung beider Elternteile zwingend erforderlich, um die Behandlung zu beginnen.

    Was ist, wenn wir als Eltern getrennt leben?

    Optimalerweise finden die Elterngespräche zumindest zunächst gemeinsam statt, um gemeinsam zu besprechen, wie sich die Situation zugunsten Ihres gemeinsamen Kindes verbessern kann.

    Muss mein Kind eine Diagnose bekommen?

    Ja. Spätestens bei Therapiebeginn ist eine gesicherte Diagnose notwendig, um überhaupt beginnen zu können.

    Wie schnell hilft die Therapie?

    Das ist individuell. Erste Veränderungen können nach wenigen Wochen eintreten, stabilere Erfolge, oft nach einigen Monaten. Wie bei jeder Behandlung gibt es jedoch keine Garantie für einen Therapieerfolg.

    Wie lange dauert eine Therapie?

    Kurzzeittherapie: 24 Stunden für das Kind + 6 Stunden für die Bezugspersonen.
    Langzeittherapie: 60 Stunden für das Kind + 15 Stunden für die Bezugspersonen.

    In der Regel finden ca. 10 Termine pro Quartal statt.

    Gibt es Nebenwirkungen?

    Ja. Auch eine Psychotherapie kann Nebenwirkungen haben. Häufig kommt es zu einer vorübergehenden Erstverschlechterung, da belastende Themen aufgewühlt und offen angesprochen werden. Dies kann sich durch verstärkte Traurigkeit, Unruhe oder Schlafstörungen äußern.
    Zudem können sich Beziehungen verändern, wenn Patient*innen beginnen, neue Grenzen zu setzen oder ihr Verhalten zu verändern oder anzupassen.

    Wie oft und wie lange findet eine Therapiestunde statt?

    Eine Sitzung dauert 50 Minuten und findet in der Regel einmal wöchentlich statt.

    Bekomme ich als Mutter oder Vater mit, was in der Therapie passiert?

    Ja, aber dosiert. Wir nutzen die begleitenden Elterngespräche, um Sie über die Fortschritte und groben Inhalte zu informieren. Ihr Kind braucht aber einen geschützten Raum, weshalb Details oft vertraulich bleiben.

    Gilt die Schweigepflicht auch gegenüber den Eltern?

    Die Therapie ist ein geschützter Raum für Ihr Kind. Alles Besprochene unterliegt der Schweigepflicht, um das nötige Vertrauen aufzubauen. Wir informieren Sie jedoch regelmäßig über die allgemeinen Fortschritte und Ziele und beziehen Sie in den Prozess ein, solange keine Rechte des Kindes (ab ca. 14 Jahren) oder die Therapiebeziehung verletzt werden.

    Werden Sie sich mit der Schule, dem Kinderarzt oder anderen Bezugspersonen austauschen?

    Nur nach Absprache und wenn es für die Therapie sinnvoll ist. Hierfür müssen uns explizit von der Schweigepflicht entbinden.

    Was passiert, wenn wir einen Termin absagen müssen?

    Eine Absage muss 48h vor dem Termin erfolgen. Anderweitig wird ein Bereitstellungshonorar erhoben.

    Wie stellen Sie sicher, dass mein Kind Vertrauen zu Ihnen aufbauen kann und sich in den Sitzungen wohl und verstanden fühlt?

    Indem wir die Interessen und die Lebenswelt Ihres Kindes ernst nehmen. Wir arbeiten viel über das Spiel und begegnen Ihrem Kind auf Augenhöhe. Es soll sich verstanden fühlen und erleben, dass seine Sichtweise zählt.

    Gibt es für Therapie eine Freistellung von der Schule?

    Ja. Die Senatsverwaltung hält Schulen dazu an, für notwendige Therapien Freistellungen zu gewähren. Dies ist in der Praxis der Regelfall.

    Wie gehen Sie damit um, wenn mein Kind anfangs Widerstände zeigt oder die Therapie ablehnt?

    Widerstände sind am Anfang normal. Ich spreche das offen an und gestalte die ersten Stunden mit Aktivitäten, die dem Kind Spaß machen, um den Druck herauszunehmen. In der Regel legen sich die Widerstände nach kurzer Zeit.

    Ich bin nicht gesetzlich versichert – was nun?

    Bitte geben Sie bei der Anmeldung Ihren Versicherungsstatus an (Privat, Beihilfe, Selbstzahler). Wir klären dann individuell die Abrechnungsmodalitäten.

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