Fortbildungen für pädagogische Teams

Die Fälle werden komplexer, gleichzeitig sind Teams oft jünger und in der frühen Phase ihrer Berufsbiografie. Engagement und Idealismus sind groß – die Komplexität dessen, was im pädagogischen Alltag aufkommt, übersteigt aber das, was Ausbildung allein abdecken kann. Das ist keine Schwäche der Mitarbeitenden, sondern ein strukturelles Thema des gesamten Feldes – und macht Fortbildung wichtiger denn je. Die Seminare schaffen einen Rahmen, in dem fachliche Sicherheit wachsen darf, ohne dass jemand „performen“ muss.

Meine Fortbildungen sind praxisorientiert und erlebnisbasiert – wenig frontaler Input, viel Üben an konkreten Situationen.

Offen oder als Reihe Einzelne Seminare als Halbtags- oder Tagesformat zu einem klar umrissenen Thema – oder mehrere Seminare als curriculare Reihe für Teams, die Fortbildung als kontinuierlichen Prozess denken.

Inhouse und Vorträge Inhouse-Fortbildungen bei Ihnen vor Ort, passgenau auf Team und Setting zugeschnitten. Dazu Fachvorträge für Teamtage, Klausurtagungen und Fachveranstaltungen.

Das Curriculum ist aus der Praxis heraus entstanden. Es greift die Themen auf, die in der pädagogischen Arbeit mit psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen immer wieder zur Sprache kommen – und bei denen Mitarbeitende sich fachliche Handlungssicherheit und Rückendeckung wünschen.

Grundlagen

  • Worum es geht. Was ist entwicklungsbedingt, was ist auffällig, was ist behandlungsbedürftig? Das Seminar gibt einen fundierten Überblick über psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter im Zusammenhang mit den Entwicklungsaufgaben – ohne vorschnelle Pathologisierung. Es geht nicht darum, Diagnosen durchzurattern, sondern Verhalten zu verstehen. An konkreten Fallbeispielen ordnen wir Verhaltensweisen ein und klären die Frage, wann pädagogisches Handeln reicht und wann fachärztliche oder therapeutische Unterstützung sinnvoll ist.

    Für wen. Mitarbeitende der stationären und ambulanten Jugendhilfe sowie aus angrenzenden Feldern, die sich einen sicheren Grundlagen-Überblick wünschen.

    Was Teams mitnehmen. Einen klaren Orientierungsrahmen: Welche Störungsbilder gibt es, woran erkennen Sie sie, und was ist Ihre Rolle im Gesamtsystem?

  • Worum es geht. Beziehung ist die Grundlage jeder pädagogischen Arbeit – und gerade bei belasteten Jugendlichen zugleich die größte Herausforderung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Gespräche gelingen, ohne dass Jugendliche sich verschließen: mit motivierender Gesprächsführung, Wertschätzung von Ambivalenz und konkreten Werkzeugen für die Alltagskommunikation.

    Für wen. Pädagog:innen, die im Alltag viel mit belasteten oder misstrauischen Jugendlichen arbeiten und ihre Gesprächsführung schärfen möchten.

    Was Teams mitnehmen. Techniken der motivationalem Gesprächsführung, die in vielen schwierigen Situationen eingesetzt werden können. Ein konkretes Repertoire an Gesprächshaltungen und Formulierungen – und die Sicherheit, dass Beziehung belastbar werden darf, ohne dabei über die eigenen Grenzen zu gehen.

Praxisseminare – Themen, die fordern

  • Worum es geht. Krisen kündigen sich selten an. Wenn sie da sind, braucht es klare Strukturen, geteilte Verantwortung und Mitarbeitende, die wissen, was ihre Aufgabe ist und was nicht. Wir arbeiten an konkreten Krisenszenarien aus der Jugendhilfe: erkennen, einschätzen, handeln – und das Team im Nachgang stabilisieren.

    Für wen. Wohngruppenteams, Leitungen und Kolleg:innen, die Krisenprozesse in ihrer Einrichtung professioneller aufstellen möchten.

    Was Teams mitnehmen. Einen praxistauglichen Ablauf für Krisensituationen, ein klareres Rollenverständnis und konkrete Formulierungshilfen für die Dokumentation und Nachbereitung.

  • Worum es geht. Über Suizidgedanken zu sprechen, macht sie nicht gefährlicher – es macht sie besprechbar. Das Seminar nimmt die Scheu vor dem Thema und vermittelt, wie das Gespräch gelingt, wann akute Einschätzung nötig ist und wie Sie als Team tragfähige Absprachen treffen.

    Für wen. Pädagog:innen und Teams, die mit Jugendlichen arbeiten, bei denen Suizidalität ein Thema ist oder werden könnte.

    Was Teams mitnehmen. Handlungssicherheit und Sprachfähigkeit für ein Thema, vor dem viele zurückschrecken – und ein klares Verständnis Ihrer Rolle: aufmerksam begleiten, fachlich einschätzen, bei Bedarf weitervermitteln.

  • Worum es geht. Selbstverletzendes Verhalten irritiert und löst oft Hilflosigkeit oder Handlungsdruck aus. Das Seminar ordnet das Phänomen fachlich ein, zeigt, welche Funktionen Selbstverletzung haben kann, und entwickelt mit Ihnen Haltungen und Gesprächsansätze, die weder bagatellisieren noch dramatisieren. Außerdem werden wirksame Skills vermittelt.

    Für wen. Wohngruppenteams und Pädagog:innen, die das Phänomen aus ihrem Arbeitsalltag kennen und einen sicheren Umgang damit suchen.

    Was Sie mitnehmen. Ein tieferes Verständnis des Phänomens und eine Handlungslogik, die Jugendlichen Raum gibt, ohne die eigene pädagogische Klarheit zu verlieren.

  • Worum es geht. Manche Kinder und Jugendliche in der Jugendhilfe haben Traumatisches erlebt. Pädagogische Begleiter:innen sind in deren Alltag oft die wichtigsten Bezugspersonen – ohne Therapeut:innen zu sein. Das Seminar klärt, was Traumasensibilität im pädagogischen Kontext bedeutet: wahrnehmen, einordnen, Stabilität geben – und wissen, wo die eigene Aufgabe endet.

    Für wen. Teams in der stationären Jugendhilfe, insbesondere in Einrichtungen mit vielen belasteten oder geflüchteten Jugendlichen.

    Was Teams mitnehmen. Ein klares Verständnis, was pädagogisch sinnvoll ist (und was nicht) – und konkrete Werkzeuge für die tägliche Arbeit, Krisenmomente und Teamabsprachen.

Rolle und Haltung

  • Worum es geht. Ein Fortbildungstag, der etwas anders ist: wenig frontaler Input, sondern ein Reflexionstag mit praktischer Arbeit an eigenen Fällen und schwierigen Situationen. Sie klären Ihre Rolle, erkennen und benennen Grenzen und üben an konkreten Situationen, die Sie beschäftigen. Am Ende des Tages gehen Sie nicht mit der Illusion, alles lösen zu können und zu müssen – aber vielleicht mit einem Satz, der Ihnen in einer schwierigen Situation hilft.

    Für wen. Mitarbeitende und Teams, die nach einer Reihe fachlicher Seminare die eigene Rolle klären möchten – oder die auch ohne Vorlauf einen Reflexionstag brauchen.

    Was Teams mitnehmen. Mehr Klarheit über die eigene Rolle, mehr Selbstmitgefühl und die Gewissheit, dass Sie mit Ihrer Arbeit etwas leisten, was Therapie nicht ersetzen kann.

Selbstverständlich können auch Wunschfortbildungen außerhalb dieser Reihe konzipiert und umgesetzt werden.

Nehmen Sie gern Kontakt auf.

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