Für Fachkräfte
Ich war selbst über 15 Jahre in der offenen Kinder- und Jugendarbeit und in der stationären Jugendhilfe tätig – zuletzt in der Regionalleitung. Heute arbeite ich als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Institutsleiter, Dozent und Supervisor. Diese doppelte Perspektive – pädagogisch und psychotherapeutisch – sind das, was ich in Supervision und Fortbildung anbiete.
Mein Angebot richtet sich an Teams und Mitarbeitende der stationären und ambulanten Jugendhilfe, an Leitungen und Träger sowie an approbierte Kolleg:innen aus Psychotherapie und angrenzenden Feldern.
Supervision
Als Supervisor begleite ich Einzelpersonen und Teams in ihrer fachlichen Arbeit. Am Institut für Verhaltenstherapie (IVB) bin ich zusätzlich in der verhaltenstherapeutischen Fallsupervision für approbierte Kolleg:innen tätig.
Für Teams Teamsupervision für Einrichtungen der Jugendhilfe, Wohngruppen und sozialpädagogische Teams sowie Fallsupervision im Gruppensetting für approbierte Kolleg:innen und interdisziplinäre Teams.
Für Einzelne Fallsupervision für approbierte Kinder- und Jugendlichen- sowie Psychologische Psychotherapeut:innen sowie Einzelsupervision für Mitarbeitende aus der Jugendhilfe, die mit oder nach schwierigen Fällen nicht zur Ruhe kommen.
Schwerpunkte: Verhaltenstherapeutische Fallarbeit · Traumasensibles Arbeiten · Geflüchtete und unbegleitete minderjährige Jugendliche · Schnittstelle SGB V / SGB VIII · Krisen- und Risikomanagement · Teamdynamik und Belastungsregulation
Nehmen Sie gern Kontakt auf.
Fortbildungen für pädagogische Teams
Die Fälle werden komplexer, gleichzeitig sind Teams oft jünger und in der frühen Phase ihrer Berufsbiografie. Engagement und Idealismus sind groß – die Komplexität dessen, was im pädagogischen Alltag aufkommt, übersteigt aber das, was Ausbildung allein abdecken kann. Das ist keine Schwäche der Mitarbeitenden, sondern ein strukturelles Thema des gesamten Feldes – und macht Fortbildung wichtiger denn je. Die Seminare schaffen einen Rahmen, in dem fachliche Sicherheit wachsen darf, ohne dass jemand „performen“ muss.
Meine Fortbildungen sind praxisorientiert und erlebnisbasiert – wenig frontaler Input, viel Üben an konkreten Situationen.
Offen oder als Reihe Einzelne Seminare als Halbtags- oder Tagesformat zu einem klar umrissenen Thema – oder mehrere Seminare als curriculare Reihe für Teams, die Fortbildung als kontinuierlichen Prozess denken.
Inhouse und Vorträge Inhouse-Fortbildungen bei Ihnen vor Ort, passgenau auf Team und Setting zugeschnitten. Dazu Fachvorträge für Teamtage, Klausurtagungen und Fachveranstaltungen.
Das Curriculum ist aus der Praxis heraus entstanden. Es greift die Themen auf, die in der pädagogischen Arbeit mit psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen immer wieder zur Sprache kommen – und bei denen Mitarbeitende sich fachliche Handlungssicherheit und Rückendeckung wünschen.
Grundlagen
Worum es geht. Was ist entwicklungsbedingt, was ist auffällig, was ist behandlungsbedürftig? Das Seminar gibt einen fundierten Überblick über psychische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter im Zusammenhang mit den Entwicklungsaufgaben – ohne vorschnelle Pathologisierung. Es geht nicht darum, Diagnosen durchzurattern, sondern Verhalten zu verstehen. An konkreten Fallbeispielen ordnen wir Verhaltensweisen ein und klären die Frage, wann pädagogisches Handeln reicht und wann fachärztliche oder therapeutische Unterstützung sinnvoll ist.
Für wen. Mitarbeitende der stationären und ambulanten Jugendhilfe sowie aus angrenzenden Feldern, die sich einen sicheren Grundlagen-Überblick wünschen.
Was Teams mitnehmen. Einen klaren Orientierungsrahmen: Welche Störungsbilder gibt es, woran erkennen Sie sie, und was ist Ihre Rolle im Gesamtsystem?
Worum es geht. Beziehung ist die Grundlage jeder pädagogischen Arbeit – und gerade bei belasteten Jugendlichen zugleich die größte Herausforderung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Gespräche gelingen, ohne dass Jugendliche sich verschließen: mit motivierender Gesprächsführung, Wertschätzung von Ambivalenz und konkreten Werkzeugen für die Alltagskommunikation.
Für wen. Pädagog:innen, die im Alltag viel mit belasteten oder misstrauischen Jugendlichen arbeiten und ihre Gesprächsführung schärfen möchten.
Was Teams mitnehmen. Techniken der motivationalem Gesprächsführung, die in vielen schwierigen Situationen eingesetzt werden können. Ein konkretes Repertoire an Gesprächshaltungen und Formulierungen – und die Sicherheit, dass Beziehung belastbar werden darf, ohne dabei über die eigenen Grenzen zu gehen.
Praxisseminare – Themen, die fordern
Worum es geht. Krisen kündigen sich selten an. Wenn sie da sind, braucht es klare Strukturen, geteilte Verantwortung und Mitarbeitende, die wissen, was ihre Aufgabe ist und was nicht. Wir arbeiten an konkreten Krisenszenarien aus der Jugendhilfe: erkennen, einschätzen, handeln – und das Team im Nachgang stabilisieren.
Für wen. Wohngruppenteams, Leitungen und Kolleg:innen, die Krisenprozesse in ihrer Einrichtung professioneller aufstellen möchten.
Was Teams mitnehmen. Einen praxistauglichen Ablauf für Krisensituationen, ein klareres Rollenverständnis und konkrete Formulierungshilfen für die Dokumentation und Nachbereitung.
Worum es geht. Über Suizidgedanken zu sprechen, macht sie nicht gefährlicher – es macht sie besprechbar. Das Seminar nimmt die Scheu vor dem Thema und vermittelt, wie das Gespräch gelingt, wann akute Einschätzung nötig ist und wie Sie als Team tragfähige Absprachen treffen.
Für wen. Pädagog:innen und Teams, die mit Jugendlichen arbeiten, bei denen Suizidalität ein Thema ist oder werden könnte.
Was Teams mitnehmen. Handlungssicherheit und Sprachfähigkeit für ein Thema, vor dem viele zurückschrecken – und ein klares Verständnis Ihrer Rolle: aufmerksam begleiten, fachlich einschätzen, bei Bedarf weitervermitteln.
Worum es geht. Selbstverletzendes Verhalten irritiert und löst oft Hilflosigkeit oder Handlungsdruck aus. Das Seminar ordnet das Phänomen fachlich ein, zeigt, welche Funktionen Selbstverletzung haben kann, und entwickelt mit Ihnen Haltungen und Gesprächsansätze, die weder bagatellisieren noch dramatisieren. Außerdem werden wirksame Skills vermittelt.
Für wen. Wohngruppenteams und Pädagog:innen, die das Phänomen aus ihrem Arbeitsalltag kennen und einen sicheren Umgang damit suchen.
Was Sie mitnehmen. Ein tieferes Verständnis des Phänomens und eine Handlungslogik, die Jugendlichen Raum gibt, ohne die eigene pädagogische Klarheit zu verlieren.
Worum es geht. Manche Kinder und Jugendliche in der Jugendhilfe haben Traumatisches erlebt. Pädagogische Begleiter:innen sind in deren Alltag oft die wichtigsten Bezugspersonen – ohne Therapeut:innen zu sein. Das Seminar klärt, was Traumasensibilität im pädagogischen Kontext bedeutet: wahrnehmen, einordnen, Stabilität geben – und wissen, wo die eigene Aufgabe endet.
Für wen. Teams in der stationären Jugendhilfe, insbesondere in Einrichtungen mit vielen belasteten oder geflüchteten Jugendlichen.
Was Teams mitnehmen. Ein klares Verständnis, was pädagogisch sinnvoll ist (und was nicht) – und konkrete Werkzeuge für die tägliche Arbeit, Krisenmomente und Teamabsprachen.
Rolle und Haltung
Worum es geht. Ein Fortbildungstag, der etwas anders ist: wenig frontaler Input, sondern ein Reflexionstag mit praktischer Arbeit an eigenen Fällen und schwierigen Situationen. Sie klären Ihre Rolle, erkennen und benennen Grenzen und üben an konkreten Situationen, die Sie beschäftigen. Am Ende des Tages gehen Sie nicht mit der Illusion, alles lösen zu können und zu müssen – aber vielleicht mit einem Satz, der Ihnen in einer schwierigen Situation hilft.
Für wen. Mitarbeitende und Teams, die nach einer Reihe fachlicher Seminare die eigene Rolle klären möchten – oder die auch ohne Vorlauf einen Reflexionstag brauchen.
Was Teams mitnehmen. Mehr Klarheit über die eigene Rolle, mehr Selbstmitgefühl und die Gewissheit, dass Sie mit Ihrer Arbeit etwas leisten, was Therapie nicht ersetzen kann.
Selbstverständlich können auch Wunschfortbildungen außerhalb dieser Reihe konzipiert und umgesetzt werden.
Nehmen Sie gern Kontakt auf.
Meine Arbeitsweise
Meine Arbeit ist verhaltenstherapeutisch fundiert und integrativ. Ich greife auf systemische, motivationsbasierte und lösungsorientierte Zugänge zurück, wenn sie weiterhelfen. Drei Leitlinien prägen, wie ich mit Mitarbeitenden und Teams arbeite:
Entwicklung sehen, nicht Störung Biologische, neuronale und psychosoziale Entwicklungsprozesse bilden den Rahmen meiner Arbeit. Vieles, was auf den ersten Blick irritiert, wird mit diesem Blick einordbar – und weniger dramatisch. Vieles im Jugendalter ist entwicklungsbedingt, Ausdruck von Not und nicht gleich behandlungsbedürftig.
Bedürfnisse verstehen, Ambivalenz erkunden Bindung, Selbstwert, Kontrolle, Lustgewinn – die vier Grundbedürfnisse nach Grawe sind mein Leitfaden für tragfähige Beziehungsarbeit. Sie helfen, Verhalten zu verstehen, statt es nur zu bewerten. Im Gespräch wird Ambivalenz nicht bekämpft, sondern erkundet. Wahlfreiheit ist zentral – auch in Situationen, in denen es oberflächlich keine gibt.
Beziehung vor Intervention Erst Beziehung, dann alles andere. Das ist kein Zusatz – das ist der Kern der Arbeit.
Didaktische Handschrift
Meine Seminare arbeiten mit konkreten Situationen aus dem Alltag. Wenig frontaler Input, viel Üben im Rollenspiel – nach dem Prinzip der Deliberate Practice: kleine Einheiten, klar definiert, mit sofortigem strukturiertem Feedback. Die eher unbeliebten Rollenspiele werden durch 2 Elemente zugänglicher:
Rollenspiel wie im Film: Rollen heißen Hauptrolle, Gegenrolle, Regie. Durchgänge heißen Takes. Ich kann jederzeit „Cut“ rufen – nicht nur zur Korrektur, sondern auch, um gelungene Momente festzuhalten. Das entdramatisiert: Die Szene muss nicht „fertig“ sein, sondern wird gemeinsam entwickelt.
Sicherheit beim Üben Es gibt Joker mit – Zeig mir, Sag mir, Pause, Stopp – den die Hauptrolle ziehen kann, wenn sie festhängt.
Am Ende jedes Seminartages: Was nehme ich mit, was lasse ich hier? Bewusst entlastend.
Ein Leitsatz, der meine Haltung zusammenfasst
Mitarbeitende in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen machen sich manchmal klein. „Wir sind keine Therapeuten“ ist kein Ausdruck von Bescheidenheit, sondern ein Selbstverkleinerungsreflex, der pädagogische Kompetenz unsichtbar macht. Gegen diesen Reflex arbeite ich – in Fortbildung und Supervision gleichermaßen. Denn pädagogische Kolleg:innen können etwas, das Therapie nicht leisten kann: Alltag, Kontinuität, Beziehung über Jahre, Nähe im Alltäglichen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Frage |
Antwort |
|---|---|
Was kostet eine Fortbildung oder Supervision? |
Honorare werden individuell vereinbart – abhängig von Format, Umfang und Trägerstruktur. Sie erhalten nach einer Anfrage zeitnah ein konkretes Angebot. |
Wie läuft eine Inhouse-Fortbildung ab? |
Wir starten mit einem kostenfreien Vorgespräch, in dem wir Anliegen, Team und Rahmen klären. Darauf aufbauend erstelle ich einen konkreten Ablaufvorschlag. Am Seminartag arbeiten wir an Ihren realen Situationen. Zum Abschluss erhalten Sie eine schriftliche Zusammenfassung der wichtigsten Inhalte. |
Ab wie vielen Teilnehmenden lohnt sich ein Inhouse-Tag? |
Ein Inhouse-Format lohnt sich typischerweise ab acht bis zehn Teilnehmenden. Nach oben hin empfehle ich maximal achtzehn Personen, damit die Übungsanteile wirksam bleiben. |
Bieten Sie auch Online-Formate an? |
Ja. Supervision läuft je nach Wunsch in Präsenz in Berlin-Neukölln, vor Ort bei Ihnen oder online über eine datenschutzkonforme Videoplattform. Fortbildungen finden bevorzugt in Präsenz statt, da viele Übungsformate davon leben – Online-Einheiten sind möglich, wenn Präsenz nicht machbar ist. |
Wie viele Sitzungen braucht gute Teamsupervision? |
Supervision entfaltet ihre Wirkung über Kontinuität. Üblich sind regelmäßige Sitzungen im Abstand von vier bis sechs Wochen über mindestens ein halbes Jahr. Einzeltermine können sinnvoll sein, ersetzen aber keine laufende Begleitung. |
Können einzelne Seminare kombiniert werden? |
Ja. Das Curriculum ist modular. Sie können einzelne Seminare buchen, sinnvolle Kombinationen zusammenstellen oder das gesamte Curriculum als Reihe über mehrere Monate hinweg absolvieren. |
Wie ist das mit Datenschutz und Schweigepflicht in der Fallsupervision? |
Alles, was in der Supervision besprochen wird, unterliegt strikter Schweigepflicht. Fälle werden in anonymisierter Form bearbeitet. Bei Teamsupervision klären wir zu Beginn, was im Team bleibt und was nach außen kommuniziert werden darf. |
Kann meine Einrichtung Wunschthemen für eine Fortbildung vorschlagen? |
Ja, unbedingt. Neben dem bestehenden Curriculum entwickele ich mit Ihnen gemeinsam Wunschfortbildungen – vorausgesetzt, das Thema liegt in meinem fachlichen Kern. Im Vorgespräch klären wir, ob der Bedarf und meine Expertise zusammenpassen. |
Wie schnell kann ich einen Termin bekommen? |
Für ein erstes Gespräch finden sich in der Regel innerhalb von ein bis zwei Wochen Termine. Die Vorlaufzeit für Inhouse-Fortbildungen beträgt meist einige Monate – abhängig von Umfang und Terminwünschen. |
Arbeiten Sie auch außerhalb Berlins? |
Ja. Inhouse-Fortbildungen biete ich bundesweit an, ebenso Fachvorträge. Reisekosten werden gesondert ausgewiesen. |
Wie läuft eine Anfrage ab? |
Am einfachsten per E-Mail oder über das Kontaktformular. Eine kurze Beschreibung Ihrer Einrichtung, des gewünschten Formats und des ungefähren Zeitrahmens genügt. Ich melde mich zeitnah für ein erstes Gespräch. |
Kontakt
Gerne besprechen wir welche Form der Unterstützung am besten passt. Bei Interesse an einem ersten Gespräch genügt eine kurze Nachricht.
Hinweis: Praxis für Privatversicherte, Beihilfeberechtigte, Selbstzahler sowie gesetzlich Versicherte im Rahmen des Kostenerstattungsverfahrens (§ 13 Abs. 3 SGB V).
Bitte den Versicherungsstatus angeben.
Praxisadresse
Praxis Radtke
Braunschweiger Strasse 30
12055 Berlin
Die Praxis ist links. Bitte bei Praxis Radtke klingeln. Ein Wartebereich ist vorhanden.
Verkehrsanbindung:
S-Bahn: S-Bahnhof Sonnenallee (5-7 Min. zu Fuß)
Bus: M41 – Haltestelle Sonnenallee (5 Min. zu Fuß)
Bus: 171 – Haltestelle Niemetzstrasse (2 Min. zu Fuß)
Autobahnanschluss A100 – Abfahrt Sonnenallee (1km)