Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Frage

Antwort

Ich brauche JETZT Hilfe – an wen kann ich mich wenden?

  • Ruf die 112 an (Feuerwehr/Notarzt).
  • Geh in die Rettungsstelle des nächsten Krankenhauses.
  • Krisenchat.de – Schreib jemanden per WhatsApp (rund um die Uhr besetzt).
  • Berliner Krisendienst – ruf an!

Was ist eine Verhaltenstherapie?

Verhaltenstherapie ist eine Behandlung, bei der wir genau anschauen, wie Gedanken, Gefühle und Verhalten zusammenhängen und sich gegenseitig beeinflussen.

Kurz gesagt: Es geht darum, dass Du hilfreiche Strategien lernst, um besser mit schwierigen Situationen oder Problemen zurechtzukommen.

Dabei schauen wir gemeinsam an:
Was macht Dir gerade zu schaffen? (Zum Beispiel starke Ängste, Traurigkeit oder Wut).

Was hält das Problem am Laufen? (Oft sind das Vermeidungsverhalten, unbewusste Gewohnheiten oder hartnäckige, negative Denkmuster).

In der Therapie wird dann ganz konkret und Schritt für Schritt geübt, wie alte, weniger hilfreiche Gewohnheiten (egal ob im Verhalten oder in deinen Gedanken) durch neue, bessere ersetzt werden können. Am Anfang ist es meist etwas mühsam, aber mit gezieltem Üben wird es einfacher und du wirst dann die ersten positiven Veränderungen spüren. Das Ziel ist, dass du weißt, wie du Probleme besser in den Griff bekommst.

Was kostet mich eine Therapie?

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten, du musst nichts bezahlen.

Muss ich schon eine Diagnose haben, um mich zu melden?

Nein, wir finden gemeinsam heraus, was los ist.

Wie läuft der erste Termin ab?

Wir klären gemeinsam den Anlass der Vorstellung. Beispielsweise was genau ist schwierig? Seit wann besteht das Problem und was wurde bisher versucht? Was sind deine wichtigsten Ziele und Wünsche?

Muss ich dort viel reden?

Das bestimmst du mit – wenn es zu viel wird, machen wir eine Pause oder etwas anderes.

Was ist, wenn wir uns nicht sympathisch sind?

Das kann vorkommen. Die ersten Stunden sind dafür da, das herauszufinden. Du musst die Therapie nicht beginnen, wenn die Chemie nicht stimmt.

Ich schäme mich sehr – ist das normal?

Scham, sich an fremde Erwachsene zu wenden, um eine Therapie zu versuchen, ist nicht ungewöhnlich und nachvollziehbar. Das macht niemand gerne. Es gibt auch bestimmte Themen, die peinlich sind. Wir gehen immer behutsam und langsam vor. Wenn du möchtest, kannst du in der Anfrage gern ergänzen, dass es dir nicht leicht fällt, dich zu melden. Dann wissen wir Bescheid und können das im ersten Gespräch besser berücksichtigen.

Kann ich eine Therapie machen, ohne dass meine Eltern es wissen?

Du kannst ab 15 Jahren auch ohne das Wissen der Eltern eine Therapie machen. Allerdings nur, wenn ihr gesetzlich versichert seid. Also beispielsweise AOK, Barmer, DAK, Techniker Krankenkasse und andere.

Wenn ihr privat oder über die Beihilfe versichert seid, brauchen wir auf jeden Fall die Zustimmung deiner Eltern

Was bedeutet Schweigepflicht? Gilt das auch gegenüber den Eltern?

Schweigepflicht bedeutet, dass alles, was du in der Therapie erzählst, streng vertraulich und geheim bleibt. Ich darf ohne deine Erlaubnis mit niemandem – auch nicht mit deinen Eltern – darüber sprechen. Ab etwa 14 Jahren hast du ein Recht darauf.

Wichtige Ausnahme: Wenn wir beispielsweise das Gefühl haben, dass du in sehr ernsthafter Gefahr bist, dir selbst etwas anzutun, sind wir gesetzlich verpflichtet,weitere Hilfe zu holen und deine Eltern zu informieren. Das würden wir aber vorher mit dir besprechen und grundsätzlich im ersten Termin ausführlich die Regelungen zur Schweigepflicht erklären.

Werden Eltern in die Therapie einbezogen?

Es kann Sinn machen, deine Eltern einzubeziehen. Dies würde gemeinsam besprochen und vereinbart werden. Keinesfalls einfach so.

Wie schnell hilft die Therapie?

Das ist individuell: Erste Veränderungen können nach wenigen Wochen eintreten, stabilere Erfolge, oft nach einigen Monaten. Wie bei jeder Behandlung gibt es jedoch keine Garantie für einen Therapieerfolg.

Gibt es Nebenwirkungen?

Ja, auch eine Psychotherapie kann Nebenwirkungen haben. Häufig kommt es zu einer vorübergehenden Erstverschlechterung, da belastende Themen aufgewühlt und offen angesprochen werden. Dies kann sich durch verstärkte Traurigkeit, Unruhe oder Schlafstörungen äußern.

Zudem können sich Beziehungen verändern, wenn du beginnst, neue Grenzen zu setzen oder dein Verhalten zu ändern oder anzupassen.

Wie lange dauert eine Therapie?

Kurzzeittherapie: 24 Stunden für das Kind + 6 Stunden für die Bezugspersonen.

Langzeittherapie: 60 Stunden für das Kind + 15 Stunden für die Bezugspersonen.

In der Regel finden ca. 10 Termine pro Quartal statt.

Wie oft und wie lange findet eine Therapiestunde statt?

Eine Sitzung dauert 50 Minuten und findet in der Regel einmal wöchentlich statt.

Gibt es für Therapie eine Freistellung von der Schule?

Ja. Die Senatsverwaltung hält Schulen dazu an, für notwendige Therapien Freistellungen zu gewähren. Dies ist in der Praxis der Regelfall.

Wie nehme ich Kontakt auf?

Schreibe einfach über das Kontaktformular.

Was passiert, wenn ich einen Termin absagen muss?

Eine Absage muss 48h vor dem Termin erfolgen. Anderweitig wird ein Bereitstellungshonorar erhoben.

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